Podium zur Nahrungsmittelspekulation

Am letzten Montag Abend fand im Schaffhauser Haberhaus das Podium zur Nahrungsmittelspekulation und ihren Auswirkungen statt, welches von der JUSO Schaffhausen organisiert wurde.

Der Saal war prallgefüllt als der Genfer Finanzspezialist und Professor für Banking and Finance an der Uni Zürich, Marc Chesney ein anregendes Inputreferat über die Spekulationsrisiken auf den heute entfesselten Finanzmärkten hielt und auf die Nahrungsmittelspekulation und ihre Auswirkungen einging. In seiner anschaulichen Präsentation konnte er aufzeigen, welche Risiken in einem Finanzsystem stecken, dass primär auf Profitmaximierung, statt auf Verantwortungsbewusstsein und bindender Verpflichtung zu den Unternehmen basiert. Er kritisierte, dass in einem Finanzsystem, in welchem Werte wie Verantwortungsbewusstsein, Nachhaltigkeit und Moral nichts zählen, zum Risiko für die ganze Gesellschaft und den Staat werden. So rettete beispielsweise die Schweizer Steuerzahlerin und Steuerzahler die UBS vor dem Bankrott. So sind gemäss Prof. Dr. Chesney zahlreiche Spekulationsmechanismen auf dem Finanzmarkt zu Plattformen von menschlicher Profitgier geworden, wie es zahlreiche Beispiele in der Vergangenheit zeigten. Dies sei dringend zu vermeiden. Verantwortungsbewusstsein und gegenseitiges Vertrauen zwischen Anlegerinnen und Anlegern muss gewährt sein. Im Anschluss an das Referat fand das Podium statt, welches mit hochkarätigen Gästen besetzt war. Unter der Diskussionsleitung des Journalisten und Publizisten Peter Hartmeier, diskutierten Linda Brunner (Präsidentin der Jungfreisinnige Kanton Thurgau), Phillip Bauer (Leiter Aussenwirtschaft, economiesuisse) und David Roth (Präsident JUSO Schweiz). Das Hauptthema waren die Auswirkungen der Spekulation mit Nahrungsmitteln und die Rolle des Finanzmarktes gegenüber der Gesellschaft. Einig wurden sich die Podiumsteilnehmerinnen und -teilnehmer wohl nur in dem Punkt, dass die Spekulationsauswirkungen die zum Lasten der Mehrheit der Menschen und den Drittweltländern gehen, klar zu vermeiden sind. Während die liberalen Vertreterinnen und Vertreter für eine freie und nicht regulierte Wirtschaftordnung eintraten, auch dort, wo Regulierung tendenziell nötig wäre, argumentierten die linken Vertreter klar für Regulierungen besonders dort, wo der Markt Schaden an der Gesellschaft nimmt.

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