Kammgarn Flügel West nicht privatisieren

Die JUSO Schaffhausen steht dem vorgestellten Projekt des Stadtrates zur Umnutzung des Westflügels der Kammgarn kritisch gegenüber. Er sieht vor sowohl zwei der fünf freien Stockwerke an eine private Hochschule abzugeben, als auch das oberste Stockwerk an private Nutzer zu verkaufen. Diese Strategie vergibt die Chancen einer attraktiven öffentlichen Nutzung dieses Raums im kulturellen Herzen der Stadt.

Die Eröffnung einer Hochschule in Schaffhausen ist schon seit längerer Zeit ein Anliegen der JUSO und könnte unsere Stadt gerade für jüngere Leute viel attraktiver und lebendiger machen. Das vorgestellte Hochschulprojekt sieht aber eine private Hochschule vor, die von einer Firma geleitet wird, deren Markenzeichen ein semivirtueller Unterricht mit nur drei Wochen Präsenzunterricht pro Semester ist. Dieses Hochschulkonzept scheint prädestiniert für Personen zu sein, die nicht vorhaben, am Standort ihrer Hochschule zu leben. Wie es somit zu einer Verjüngung des Stadtbildes und einem Zuzug von Studenten kommen soll, steht in den Wolken. Ausserdem scheinen die angetönten Studienrichtungen, nur sehr wenig mit dem wirtschaftlichen Umfeld Schaffhausens gemeinsam zu haben. Mit Firmen wie der Cilag oder Unilever wäre eine chemische Ausrichtung um einiges sinnvoller, gerade auch um zu erreichen, dass Schaffhausen längerfristig noch von den ausgebildeten Studenten profitiert, sowohl in wirtschaftlicher, als auch in gesellschaftlicher Hinsicht. Eine eidgenössische, öffentliche Hochschule zum Beispiel mit einer chemischen Ausrichtung wäre um einiges zukunftsweisender.

Auch den Plan das oberste Stockwerk an private Nutzer zu verkaufen beurteilt die JUSO Schaffhausen sehr kritisch. Es kann nicht sein, dass immer mehr öffentlicher Raum an private Nutzer abgegeben wird. Zwar sollen über Vorkaufs- und Rückkaufsrechte Sicherheiten bezüglich der Nutzung eingeräumt werden, aber genau der freigewordene Raum wäre optimal zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum nutzbar. Dem Ziel der JUSO Schaffhausen, mindestens 200 neue Wohnungen nach dem Prinzip der Kostenmiete zu anzubieten, könnte die Stadt mit dem freigewordenen Raum um einiges näher kommen. Einzig die Nutzung der unteren beiden Stockwerke als öffentlicher Raum in dem gerade auch die Kultur ihren Platz haben soll, begrüsst die JUSO Schaffhausen sehr.

Lassen wir uns diese Chance nicht entgehen und nutzen wir den Westflügel der Kammgarn für eine zukunftsweisende Gestaltung unserer Stadt, die allen und nicht nur einigen privaten zu Gute kommt.

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